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Vielfalt erhalten!

Grevener Str. 31 solidarisiert sich mit der Besetzung im Versetzt

Sehr erfreut haben die BewohnerInnen der Grevener Str. 31 die Besetzung des Hauses Grevener Str. 53 mitsamt des linken Kulturladens „Versetzt“ wahrgenommen. Die HausbewohnerInnen der Grevener Str. 31 solidarisieren sich hiermit ausdrücklich mit den BesetzerInnen, die sich mit aller Kraft für den Erhalt der Häuserzeile und damit für Vielfalt und preiswerten Wohnraum einsetzen. Wir unterstützen dieses Engagement. Auch die Forderung der BesetzerInnen nach einem sozialen Zentrum wird hiermit befürwortet.

Es kann nicht sein, dass bezahlbarer Wohnraum, der noch in gutem Zustand ist, zerstört und mit sozialunverträglichen Neubauten ersetzt wird. Dieses schlechte Beispiel zeigt der Abriss und Neubau der vorrangegangenen Häuser (Nr. 57 und 59) in der Zeile: Dort ist weitaus weniger sozialer Wohnraum entstanden als angekündigt und besonders auch als vorher bestand. Nicht nur verschandeln die Neubauten das Münsteraner Stadtbild, sie vertreiben auch die sozial schwächer gestellte Bevölkerung aus der zentralen Lage. Wir von der Grevenerstr. 31 können nicht verstehen, dass die immer mehr abnehmende Heterogenität in Stadtbild und Gesellschaft noch stärker vorangetrieben werden soll.

Die BewohnerInnen der Grevener Str. 31 fordern die Stadt und insbesondere CDU und FDP auf, sich erneut mit dem Abrissbeschluss der Häuserzeile auseinander zu setzen und ihn letztendlich zu stürzen. Stattdessen sollen sie ein neues Konzept für etwaige sanierungsbedürftigen Häuser und einen Fahrradweg finden, um die stadtbild- und kulturprägenden Häuser, BewohnerInnen und Initiativen an der Grevenerstraße zu erhalten.

Wir fordern somit: Grevener Straße bleibt!


Aus der Nachbarschaft

Stadt Münster und Wohn+Stadtbau lassen die Situation an der Grevener Straße eskalieren! Gemeinnützigen Vereinen und Initiativen wurde am 27.06.08 ohne den öffentlich angekündigten Dialog gekündigt.

Die Auseinandersetzungen an der Grevener Straße erreichen einen neuen Höhepunkt. Mit einer kurzen schriftlichen Kündigung samt Bevollmächtigungsschreiben der Stadt kündigte die stadteigene Wohn+Stadtbau am Freitag den 27.06. 2008 den im „Versetzt“ (Grevener Str. 53) ansässigen kulturellen und politischen Vereinen und Gruppen den Mietvertrag. Noch vor einem Jahr betonten die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung ihre große Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft mit den betroffenen Mieterinnen und Mietern der vom Abriss bedrohten Grevener Straße.

Mehr Infos unter http://versetzt.blogsport.de/


CDU und FDP haben im Stadtplanungsausschuss am 30.4.08 den Abriss der Nr. 31 beschlossen

Eines der am längsten selbstverwalteten Gebäude in Deutschland soll abgerissen werden! Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot hatten BewohnerInnen und UnterstützerInnen vor dem Stadthaus 2 gegen die zu erwartende Entscheidung demonstriert.

Im zuständigen Stadtplanungsausschuss entbrannte eine intensive Diskussion über die Bedeutung des in Münster einmaligen Hausprojekts. Die Argumentation der CDU, FDP und Verwaltung reduzierte sich auf die ihrer Ansicht nach fehlende Wirtschaftlichkeit des Gebäudes. Das städtische Gutachten belege, dass die Sanierungskosten die Mieten unverhältnismäßig steigen lassen würden. Ihrer Meinung nach stünde das Haus den städtischen Zielen des sozialen Wohnungsbaus entgegen und sei damit als „Mahnmal“ überflüssig.

SPD und Grüne verurteilten die politisch motivierte Entscheidung: der Verkauf des Gebäudes an die BewohnerInnen und die Umsetzung ihres kostengünstigeren Sanierungskonzepts sei niemals ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Die Koalition hätte noch nicht einmal ein Gespräch mit dem Hauptmieter, dem AStA, geführt.

SPD und Grüne forderten ein politisches Umdenken, da neben der funktionierenden Selbstverwaltung auch zeitgeschichtliche und Stadtbild prägende Aspekte für den langfristigen Erhalt des Gebäudes sprechen würden.

Mit einer Stimme Mehrheit beschlossen CDU und FDP das Ende ihrer 40jährigen Planung.