Hausgemeinschaft
Unser schönes Haus an der Grevener Straße 31 gliedert sich in vier Wohnungen, die von eigenverantwortlichen WGs bewohnt werden. Insgesamt leben hier 17 Menschen und bilden zusammen eine Hausgemeinschaft. In regelmäßig stattfindenden Hausversammlungen besprechen wir gemeinschaftliche Aktionen, planen anstehende Reparaturen, bilden Arbeitskreise und vieles mehr. Entscheidungen treffen wir in der Regel im Konsens, weil wir denken, dass jede Meinung berücksichtigt werden und sich alle Bewohner/innen in ihrem Zuhause wohl fühlen sollten. Über das gemeinsame Interesse am Erhalt des Hauses hinaus, haben sich unter den teilweise sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten etagenübergreifend Freundschaften gebildet. Es ist ein Gemeinschaftsgefühl und gegenseitiges Interesse aneinander entstanden, das in „normalen“ Miethäusern schwerlich anzutreffen ist und unserer Meinung nach Symbolcharakter hat.
Selbstverwaltung
Das Eckhaus mit der Nummer 31 ist eines der am längsten selbstverwalteten Wohnprojekte in Deutschland.
Es wurde im Jahr 1972 aus Wohnungsmangel von Studierenden, Schüler/innen und Azubis besetzt, das Verhältnis wurde aber bald darauf legalisiert. Seitdem wird das Haus von den wechselnden Bewohnern und Bewohnerinnen quasi selbstverwaltet. Monatlich zahlen wir „Miete“ an den AStA der Uni Münster, der Hauptmieter des Hause ist (siehe Geschichte). Von diesem Betrag geht ein Teil ab für die üblichen Nebenkosten (z.B. Strom) und sonstige Kosten an die Stadt (z.B. Müllabfuhr). Das verbleibende Geld wird auf unser Reparaturkonto beim AStA eingezahlt und fließt zu 100% zurück ins Haus. Wofür es dann genau verwendet wird, liegt in der Hand der Bewohner/innen. Im Jahr 2000 bekamen wir eine neue Energie sparende Gasheizung; kurze Zeit später ließen wir das Dach des Erkers neu decken und Teile der Elektrik erneuern; in unseren letzten großen Hausaktion ließen wir komplett neue Holzfenster einsetzen und noch kürzlich verputzten wir Teile einer Außenwand neu. Seit über 35 Jahren werden ausschließlich unsere Privatgelder zur Instandhaltung und Renovierung unseres Hauses verwendet. Von Seiten der Stadt sind seit 1972 keinerlei finanzielle Mittel zur Erhaltung der Bausubstanz geflossen.
Neben solch groß angelegten Hausaktionen fallen unzählige kleinere Arbeiten in den Zuständigkeitsbereich des/der Einzelnen, der WGs oder der ganzen Hausgemeinschaft wie z.B. die Erneuerung kaputter Fußböden, defekter Wasserleitungen, Neuanstriche, ... Wir werden auch weiterhin renovieren und instand halten, um unsere Wohnqualität aufrecht zu erhalten, um uns gegen den Abriss unseres Hauses zur Wehr zu setzen, um (für) die Machbarkeit von sozialem, engagiertem und preisgünstigem Wohnen zu demonstrieren!