Die Nachbarschaft

In der Häuserzeile existieren gewachsene Wohnstrukturen, in denen mehrere Menschen bereits über 50 Jahre leben. Mehrfach haben sie öffentlich geäussert, in ihren Wohnungen weiter wohnen und sich nicht durch die Abrissplanungen vertreiben lassen zu wollen. Um den Widerstand gegen ihre Politik einschätzen zu können, hat die Stadt die AnwohnerInnen 2006 zu Informationstreffen eingeladen. Informationen gab es allerdings kaum, vielmehr versuchte die Verwaltung auszuloten, unter welchem Aufwand und zu welchem Preis sie die BewohnerInnen aus ihren Häusern bekommen kann. Diese übergaben ihrerseits eine Unterschriftenliste, in der sie geschlossen den Erhalt der Gebäude 31-59 forderten. Parteimitglieder von CDU und FDP sowie die Wohn+Stadtbau scheint dies allerdings kaum zu interessieren. Sie versuchen die MieterInnen mit unklaren Alternativangeboten den baldigen Auszug nahe zu legen.

Im Erdgeschoß der Grevener Straße 53 befindet sich das alternative Kulturcafé 'Versetzt', das 2000 eröffnet wurde. Die Geschichte des Cafés beginnt mit der “Uppe”, also der Schule auf dem Gelände der Uppenbergschule (Ecke Schulstraße-Grevener Straße), die ab Sylvester 1999/2000 sechs Wochen lang besetzt war. In diesem soziokulturellen Zentrum fanden politische und kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Gruppentreffen statt. Schon vor der Räumung hat die Stadt Münster das Ladenlokal als kurzfristige Übergangslösung angeboten. Solange die “Uppe” besetzt war, wurde dieses Angebot umgehend abgelehnt. Am Abend nach der Räumung beschloss das BesetzerInnen-Plenum nach längerer Diskussion, das Ladenlokal anzumieten. Seit 2005 ist der eingetragende Verein ´ask´ (verein für autonomie, soziokultur und kommunikation e.v) Hauptmieter des Versetzt, eine Ladengruppe regelt größtenteils die organisatorischen Angelegenheiten wie die Raumvergabe an dort arbeitende Gruppen oder Veranstaltungen.